Diese Villa aus dem Jahr 1995 markierte einen entscheidenden Wendepunkt in der Entwicklung des Büros JONAS. Die Architektur löst sich bewusst von der bis dato eher postmodern geprägten Formensprache und verkörpert einen betont minimalistischen Ansatz, der stark von der klassischen Moderne geprägt ist. Weniger Verspieltheit mehr Reduktion – Ruhe, Klarheit und Materialehrlichkeit treten in den Vordergrund.
Der gestalterische Ansatz steht in der Tradition des internationalen Stils des frühen 20. Jahrhunderts, der hier jedoch zeitgemäß interpretiert wird. Charakteristisch für dieses Einfamilienhaus sind der Verzicht auf repräsentative und dekorative Ornamente. Vielmehr zeichnet sich der Entwurf aus durch die asymmetrische Komposition der Baukörper sowie die klaren kubischen Volumen mit ihren weiß verputzten Fassaden. Großzügige horizontale Fensterbänder und die lichtdurchfluteten Räume unterstreichen den ruhigen, modern anmutenden Ausdruck und verleihen dem Gebäude eine präzise, zurückhaltende Eleganz.
Der außergewöhnliche architektonische Reiz des Hauses zeigt sich unter anderem auch darin, dass es 2013 als Filmkulisse für die französisch-belgisch-luxemburgische Koproduktion „Une Histoire d’Amour“ von Hélène Fillières gewählt wurde. Mit Laetitia Casta und Benoît Poelvoorde in den Hauptrollen bot die Villa – nach beinahe drei Jahrzehnten seit ihrer Entstehung – einen ebenso zeitgemäßen wie prägnanten räumlichen Rahmen für diese filmische Erzählung.


