Die erste Wirkungsstätte des Architektenbüros Jonas in der Fußgängerzone von Ettelbruck war über die Jahre zu klein geworden. Mit dem kontinuierlichen Wachstum des Teams stiegen auch die räumlichen Anforderungen, ohne dass der Wunsch nach einem krassen Standortwechsel bestand. Im Gegenteil: Es war von Anfang an klar, dass das Büro im Zentrum der Stadt bleiben sollte – bewusst gegen den allgemein vorherrschenden Trend, Arbeitsplätze aus den Innenstädten an die Ränder zu verlagern.
Eine unerwartete Gelegenheit bot sich, als das Elternhaus von Henri Jonas in der Fußgängerzone nach einem Brand leer stand. Es lag nahe, dieses Gebäude als Sitz für das Architekturbüro neu aufzubauen und ihm damit eine zeitgemäße Nutzung zu geben.
Das Erdgeschoss, in dem sich früher ein Geschäft befunden hatte, wurde erneut als eigenständige Gewerbefläche ausgebildet und vermietet. Die oberen Geschosse dienten als Büroflächen. Dabei wurde bewusst darauf geachtet, dass die Räumlichkeiten bei Bedarf jederzeit in Wohnraum umgewandelt werden könnten – eine flexible Nutzung, die dem Gebäude langfristig Anpassungsfähigkeit verleihen sollte.
Das Haus wurde als Niedrigenergiegebäude Ende der 1990er-Jahre geplant und gebaut – zu einer Zeit, in der diese Bauweise alles andere als selbstverständlich war. Insbesondere bei Bürogebäuden gab es damals kaum vergleichbare Realisierungen; bei Bestandsbauten stellte das Erreichen der anvisierten Energiestandards eine besondere Herausforderung dar.


Mit den Jahren wuchs das Team weiter, bis schließlich auch das Ladenlokal im Erdgeschoss in die Büroflächen integriert wurde. Spätestens um das Jahr 2015 wurde jedoch deutlich, dass die räumlichen Kapazitäten erneut an ihre Grenzen stießen. Der Abschied von dem besonderen Gebäude fiel nicht leicht. Als jedoch der Umbau des heutigen Bürogebäudes in der Rue Prince Henri immer mehr Gestalt annahm, wich die Wehmut rasch der Vorfreude auf großzügige, höchst moderne Arbeitsräume – doch das ist eine andere Geschichte.
