In den 1980er-Jahren, als das Gebäude „Pôle Nord“ an der Place de Bruxelles zunehmend verfiel, entstand ein Plan, der Vergangenheit und Zukunft des markanten ortsbildprägenden Gebäudes miteinander verbinden sollte.
Das 1911 errichtete Haus war ein Beispiel historistischer Hotelarchitektur in der Stadt Luxemburg und über Jahrzehnte ein beliebter Treffpunkt für mehrere Generationen von. Es beherbergte einst ein Hotel, ein Restaurant sowie einen Tanzsaal. Nach seiner Schließung Mitte der 1980er-Jahre stand das Gebäude über lange Jahre leer.
Während Aktivist*innen von Denkmalinitiativen wie „Stoppt de Bagger“ versuchten, das Gebäude unter Schutz stellen zu lassen, verwickelte sich der politische Umgang mit dem Bauwerk in eine Abfolge von Entscheidungen, Rücknahmen und Protesten. Das Büro Jonas erarbeitete zusammen mit den in New York ansässigen Fox & Fowle Architectes eine Alternative zum Abriss: einen Entwurf, der zumindest den Erhalt der historischen Fassade vorsah, dahinter aber einen modernen Baukörper entstehen ließ. Der ursprüngliche Eingang zum Haus sollte wieder nutzbar gemacht werden und in das neu gestaltete Innere, das durch zeittypische Materialien und Proportionen geprägt sein sollte, führen. Ziel war es, das historische Erbe des „Pôle Nord“ grundsätzlich zu respektieren, das Gebäude aber auch grundlegend zu modernisieren und damit wieder nutzbar und zukunftsfähig zu machen.
Das Projekt wurde jedoch nie umgesetzt. Nach jahrelangen Diskussionen und Protesten erfolgte im Januar 2006 der Abriss des historistischen Gebäudes. Einige Teile der Sandsteinfassade konnten offenbar von einer Privatperson gerettet werden. Der Rest ging unwiederbringlich verloren. Schade auch, dass die außergewöhnlich gute Zusammenarbeit mit dem New Yorker Büro nicht weitergeführt werden konnte.
Für das Büro Jonas Architectes bleibt der Entwurf bis heute relevant, weil er schon früh den Anspruch formulierte, historische Bausubstanz möglichst zu erhalten und damit die Geschichte sowie die Identität eines Ortes in die architektonische Arbeit miteinzubeziehen.
