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  • Situation 20, rue de Warken | L-9088 Ettelbruck
  • Bauherr AL SYNAGOG ETTELBRECK a.s.b.l
  • Realisierung 2021-2025
  • Brutto-Rauminhalt (BRI) 1020m³
  • Beteiligte Planungsbüros HLG Ingénieurs-Conseils, INPA (Institut national pour le patrimoine architectural), INRA (Institut national de recherches archéologiques), Dr. Thomas Lutgen (Dipl. Restaurator), Ville d´Ettelbruck
  • Team Jonas Architectes Frank Schmitt, Quentin Simon, Susi Grashoff

Die 1870 eingeweihte Synagoge, die als die älteste des Landes gilt, zählt zu den wenigen verbliebenen jüdischen Sakralbauten in Luxemburg.

Bis auf einige Schäden im Bereich des Dachs hat das Äußere des historischen Baus den Zweiten Weltkrieg nahezu unzerstört überstanden. Allerdings wurde die Inneneinrichtung während der deutschen Besatzung des Großherzogtums im Dezember 1940 partiell verwüstet. Direkt nach dem Krieg fanden umfassende Umgestaltungsarbeiten statt, durch die der zuvor farbige und von aufwändigen Schreinerarbeiten geprägte Innenraum fortan nur noch in schlichtem Weiß und insgesamt schmucklos erschien.

In den Jahren nach dem Krieg fanden in der Synagoge bis 1962 wieder religiöse Feiern statt, danach diente das Gebäude nur noch als Lagerraum und Geschäftsfläche für Händler. Im Zuge der Profanierung wurde das Gebäude im Inneren komplett umgebaut und verändert. Damit ging der restliche historische Baubestand nahezu komplett verloren.

HISTORISCHE FOTOS

Aufnahme der Westfassade der Synagoge in den 1940er Jahren während der Deutschen Besatzungszeit. (Aufnahme von Pierre Hoffmann)

Innenraum der Synagoge nach der Zerstörung während der deutschen Besatzungszeit (Aufnahme von Pierre Hoffmann)

Aufnahme der Westfassade der Synagoge nach der Kriegszerstörung. Im Bild ganz links. (Aufnahme von Pierre Hoffmann)

Innenraum der Synagoge nach der Zerstörung während der deutschen Besatzungszeit (Aufnahme von Pierre Hoffmann)

Historische Abbildung der letzten Bar Mitzwah Feier in Ettelbrück in den 50er Jahren (Aufnahme aus der Sammlung von Roger Kann)

Historische Abbildung der letzten Bar Mitzwah Feier in Ettelbrück in den 50er Jahren (Aufnahme aus der Sammlung von Roger Kann)

Historische Abbildung der letzten Bar Mitzwah Feier in Ettelbrück in den 50er Jahren (Aufnahme aus der Sammlung von Roger Kann)

Historische Abbildung der letzten Bar Mitzwah Feier in Ettelbrück in den 50er Jahren (Aufnahme aus der Sammlung von Roger Kann)

Historische Abbildung der letzten Bar Mitzwah Feier in Ettelbrück in den 50er Jahren (Aufnahme aus der Sammlung von Roger Kann)

01 09

Im Jahr 2017 wurden die alte Synagoge und die benachbarte ehemalige jüdische Schule zusammen unter nationalen Denkmalschutz gestellt. Seit 2019 entwickelt der Verein „Al Synagog Ettelbréck“ ein museales und pädagogisches Konzept.

JONAS Architectes wurden damit beauftragt, diesen geschichtsträchtigen Ort wieder zugänglich zu machen. Im Rahmen der umfangreichen Restaurierungsarbeiten wurden daher zahlreiche Maßnahmen zur Wiederherstellung und Modernisierung des Gebäudes umgesetzt. So wurde etwa eine nachträglich eingezogene Zwischendecke entfernt, um die ursprüngliche Raumstruktur wiederherzustellen.

Während unserer Recherchen machten wir gemeinsam mit den Arbeitern vor Ort einen sensationellen Fund: Im Keller konnten wir eine in den Boden eingelassene Mikwe freilegen. Ein rituelles Tauchbad, das vermutlich zeitgleich mit der rund 150 Jahre alten Synagoge errichtet wurde. Nicht zuletzt diese Entdeckung der einzigen erhaltenen historischen Mikwe des Landes, macht das Bauwerk aus dem 19. Jahrhundert zu einem ausnehmend wichtigen kulturgeschichtlichen Denkmal.

ושמרתם את חקתי ועשיתם אתם אני הי מקדשכם
Haltet meine Gebote und tut sie; denn ich bin der HERR, der euch heiligt.
Observez mes lois et les exécutez: je suis l'Éternel qui vous sanctifie (Levitique chapitre 20 verset 8)