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  • Situation 3, Waler Strooss | L-8818 Grevels
  • Bauherr Administration Communale de Wahl
  • Realisierung 2018-2021
  • Brutto-Rauminhalt (BRI) 12.900 m³
  • Beteiligte Planungsbüros Betatec, Bureau d’études Rausch & Associés
  • Team Jonas Architectes Martine Bettel, Christophe Bracquez, Bernard Coenen, Jérôme Guignard, Maike Guignard, Jennifer Karen, Sabrina Morn, Andreas Pauels, Ines Thul

Der ungewöhnliche Ortsname „Nei Brasilien“ geht auf einen gescheiterten Auswanderungsversuch zahlreicher Luxemburger im Jahr 1828 zurück.

Das Vorhaben scheiterte, denn die Reisenden erfuhren erst in Bremen, dass man in Brasilien keine Migranten mehr aufnehmen würde. Nach der Rückkehr der Menschen in ihre Heimat wurde ihnen von der Regierung gestattet, auf einem nicht besiedelten Gebiet eine notdürftige Wohnsiedlung zu errichten, die von den Nachbarn spöttisch als „Nei Brasilien“ bezeichnet wurde und seither unter diesem Namen bekannt ist.

Der jüngst entstandene „Campus Nei Brasilien”, bestehend aus einer Grundschule und einer Maison Relais, liegt malerisch am Südhang des Dorfes Grevels, fügt sich harmonisch in die gegebene Topografie ein und bietet einen atemberaubenden Blick auf den Süden des Landes.

Die sechs Gebäudeteile sind organisch um zwei zentrale Marktplätze angeordnet, was an die Struktur eines Dorfes erinnern sollen. Jeder Pavillon ist einer schulischen Funktion zugeordnet. Im Zentrum befindet sich der sogenannte Spielflur, der Raum für Begegnungen, Spielen, Lesen und Theater bietet und durch Rampen die verschiedenen Pavillons miteinander verbindet. Das Gebäude wurde im Januar 2021 eröffnet und bietet Raum für bis zu 200 Kinder.

Mit dem Projekt gewannen Jonas Architectes einen Wettbewerb, der zum Ziel hatte, die bis dato drei einzelnen und recht weit verstreuten Schulgebäude der Gemeindeteile zu bündeln, um fruchtbare Synergien zu schaffen. Der Campus ist als eines der ersten BIM-Pilotprojekte (Building Information Modeling ist eine digitale Arbeitsmethode für die Baubranche) des OAI (Ordre des Architectes et des Ingénieurs-Conseils) in Luxemburg umgesetzt worden.